Kommentare zu SPD

 zum Beitrag von Heinrich Sickinger, Vorsitzender der SPD-Fraktion,

 Stutensee Woche Nr. 26, 29. Juni 2017, Seite 16

Detlef Vogt, 5. Juli 2017

Selektive Wahrnehmung!

Leider kein Gespräch mit der BI-Lachwald schreibt der Fraktionsvorsitzende der SPD, Herr Sickinger, und findet das sehr bedauerlich. Während einer der vergangenen Gemeinderatssitzung meinte Herr Sickinger noch im höchsten Maße missbilligend, dass Bürgerinitiativen wie Pilze aus dem Boden schießen, der Gemeinderat aber deshalb nicht umfällt.

Misst man die Aussagen an der obigen Überschrift, so fällt folgendes auf:
Es wird nicht ein Teilstück, sondern mehr als die Hälfte des Lachwaldes der Bebauung zugeführt. Eine Verniedlichung soll wohl in die Irre führen. Sie und Ihre Fraktion hätten eher über den Erhalt des Lachwaldes als über die Rodung und dem damit rechtlich vorgeschriebenen Ausgleich diskutieren vielleicht auch nachdenken sollen.

Sie hoffen, dass die BI sich aktiv „in die Neugestaltung… der nördlich und nordöstlich angrenzenden Flächen mit einbringt“. Nehmen Sie doch einmal zur Kenntnis, dass wir nur Gespräche führen, die den Erhalt des Lachwaldes in seinem gesamten Umfang zum Ziel haben. Wir sind nicht die „Steigbügelhalter“ der Abholzung.

Sie errechnen, dass jährlich in der Stutenseer Waldfläche von 225 ha gut 4 ha Wald eingeschlagen und wieder aufgeforstet werden. Wollen Sie damit etwa sagen, dass sich die Büchiger Bürger bei 7 ha Abholzung nicht so aufregen sollen? Nehmen Sie nicht wahr, dass es sich beim Forst um ein aus- und aufforsten auf einer 30 mal so großen Fläche handelt, ohne die Natur zu zerstören.

Sie behaupten kein Tafelsilber zu „verscherbeln“. Wie sollen Büchiger Bürger dann den Abbau eines Teils des astronomischen Schuldenberges im Jahre 2020 verstehen, wenn im Haushaltsentwurf 2017 u. a. zu lesen ist: “Die eingeplanten hohen Grundstückserlöse sind wie immer mit Risiken verbunden…ohne Grundstückserlöse keine Investitionen…neben der Fertigstellung des Stutensee-Bades könne nur noch existentiell notwendige Investitionen realisiert werden…usw“. Damit man dem Volk die Abholzung verkaufen kann, gibt man sich plötzlich „sozial“, also Sozialer Wohnungsbau. Geht denn Sozialer Wohnungsbau nur mit der Abholzung des Lachwaldes? Stellen Sie anschließend den Sozialen Wohnungsbau ein? Wo war das soziale Gewissen der SPD in Büchig 21 und im Lachenfeld?

Doch da war noch was. Zur Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft schreiben Sie, Herr Sickinger: „Aus Sicht der SPD-Fraktion ist dies auch der einzige Grund, weshalb wir uns für die Bebauung eines Teils des Lachwaldes entschieden haben“. Nutzen Sie etwa die Zustimmung der SPD zur Bebauung der Hälfte des Lachwaldes als Drohkulisse, um die Ziele Ihrer Partei zu erzwingen. Ich fürchte ja, denn Parteiinteresse stand und steht bei den etablierten Parteien über Bürgerinteresse. Das war bedauerlicherweise schon immer so.


Regina Vogt, 4. Juli 2017

Die trügerische Ruhe um die Lachwaldbebauung ist vorbei. Die SPD steigt mit ihrem Fraktionsvorsitzenden in den Ring; allerdings tut sie das mit abenteuerlichen Argumenten.

Wenn Herr Dr. Eichkorn von der Forstbehörde des Landratsamtes berichtet, wieviel Holz jährlich in der Ganzheit der Stutenseer Wälder eingeschlagen wird, so handelt es sich hierbei um pflegerische und forstwirtschaftliche Maßnahmen, die dem Wald nicht schaden, sondern nutzen: Werden allerdings flächendeckend 6,9 ha Mischwald gerodet, verkauft und bebaut, zerstört man damit unwiederbringlich ein wertvolles, funktionierendes Ökosystem!

Ich frage mich allmählich bange, auf welchem Niveau unsere gewählten Volksvertreter argumentieren.

Wie wäre es zur Abwechslung mal mit einem Funken Ehrlichkeit? Warum gesteht die SPD nicht endlich ein, dass sie mit Schuld daran trägt, dass die Stadt Stutensee ungebremst auf einen Schuldenberg von 40 Millionen Euro zurast. Offensichtlich ist ihr der Begriff „striktes Sparen“ so zuwider, dass sie lieber den halben Lachwald verscherbelt, um damit – vorübergehend(!) – die Schulden zu senken.

Ein Jammer, dass Gemeinderäte kein ökologisches und ökonomisches Wissen nachweisen müssen.


 

Print Friendly, PDF & Email

Kommentar hinterlassen zu "Kommentare zu SPD"

Kommentar verfassen