Stutensee Woche – SPD-Fraktion

zum Beitrag von Heinrich Sickinger, Vorsitzender der SPD-Fraktion

Stutensee Woche Nr. 49, 7. Dezember 2017, Seite 13

Gebhard Hartmann, 29. Dezember 2017

Hallo Herr Sickinger,

ich sehe mich gezwungen, einige Punkte noch mal klarzustellen.

Keine andere Gemeinde an der „Nahtstelle zu Karlsruhe“ holzt zur Schaffung von Bauplätzen Wald ab. Weiter auch hier wieder mein Hinweis, dass Pendler, unabhängig vom Wohnort, nicht zwingend den  kürzesten Weg zu ihrem Arbeitsplatz haben.

In meinem ersten Kommentar habe ich darauf verwiesen, dass es um die Bevölkerungsdichte (Einwohner/km²) geht, die in Büchig am höchsten ist. Angaben bei „Citypopulation“ in 2011 für Büchig 4944/km² (hier) und für Friedrichstal 2617/km² (hier) und nicht um die Einwohnerzahlen insgesamt. Neuere Zahlen sind mir leider nicht zugänglich. In Büchig kommt noch das Baugebiet Lachenfeld hinzu in Friedrichstal Schöneichenjagen, aber ich will das gar nicht weitertreiben.
Fakt ist, dass die höchste Bevölkerungsdichte in Büchig weiter steigen würde.

Neuer Wohnraum in der Nähe zum potentiellen Arbeitsplatz. Wie schon erwähnt ist das immer relativ in Bezug auf die Lage des Arbeitsplatzes auf der Gemarkung von Karlsruhe. Weiter hatte und hat Karlsruhe z.B. kein Problem damit, weniger als die in der Stadt Karlsruhe benötigte Wohnbaufläche zur Verfügung zu stellen, siehe „Gemeinderatssitzung Karlsruhe, 03.02.2015, TOP 13, Anlage FNP“ (hier) und BNN Stadtausgabe vom 22.07.2017, Seite 26 mit Aussagen von Frau Dederer „ Die Stadt Karlsruhe hat bislang sehenden Auges weitaus weniger Flächen ausgewiesen, als eigentlich benötigt.“ „Und es gibt keinerlei Anzeichen, warum dieser Kurs….geändert werden sollte.“

Stutensee muss sich nicht vordrängen, um diesen Mangel auszugleichen.

Beim Thema Lachwald geht es der Gemeinde doch vorrangig um die zu erzielenden Einnahmen. Wenn Wohnungen für Menschen mit unteren oder mittleren Einkommen bereitgestellt werden sollen, muss die Gemeinde immer subventionieren. Subventionen in Form von Grundstücksankäufen sind besser als den halben Lachwald zu opfern. Am Beispiel Karlsruhe sieht man auch, dass weniger manchmal mehr ist, siehe oben.

Weiter muss der Lachwald als Ganzes erhalten werden. Die BI’s treten genau dafür ein und das ist gut so. Damit sind eine teilweise Abholzung sowie irgendwelche Ausgleichsmaßnahmen nicht relevant.

 


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Stutensee Woche Nr. 49, 7. Dezember 2017, Seite 13

Heinrich Sickinger, 27. Dezember 2017

Hallo Herr Hartmann,

da Ihre Anmerkungen zu meinem Bericht in einem annehmbaren Ton vorgetragen werden -im Gegensatz zu manch anderer Einlassung- möchte ich ebenfalls einige Punkte ansprechen.

Die von Ihnen genannten Gemeinden liegen überwiegend an der „Nahtstelle zu Karlsruhe“. Insbesondere Ettlingen mit täglich über 5.000 Einpendlern nach Karlsruhe legt ein größeres Wohnbauprogramm auf als Stutensee -mit übrigens täglich ca. 4.400 Einpendlern nach Karlsruhe an 2. Stelle nach Ettlingen. Auch die Stadt Rheinstetten plant wohl mit einer noch zu gründenden Wohnungsbaugesellschaft massiv Wohnraum zu schaffen; übrigens ist hier eine Menge stadteigenes Gelände vorhanden, das als „Eigenmittel“ eingebracht werden kann. Auch in Eggenst.-Leop. herrscht eine rege Bautätigkeit. Es ist also nicht richtig, dass n u r  in Stutensee Baufläche ausgewiesen werden soll!!

Im Übrigen ist Ihre Annahme falsch, dass Büchig seit Bestehen der Stadt Stutensee die stärkste Entwicklung aufzuweisen hat; hier nimmt Friedrichstal; insbesondere mit Schöneichenjagen den ersten Platz ein und hat sich in dieser Zeit von knapp über 3.000 Einwohner auf bald 6.000 Einwohner entwickelt. Der Buchenring mit seiner dichteren Bebauung geht auf Blankenlocher Zeit zurück und kann den Gemeinderäten, die für Stutensee verantwortlichen waren und sind nicht angelastet werden.

Natürlich wird es immer Pendler geben -in Stutensee sind es täglich insgesamt ca. 8.100- die etwas weiter weg von ihrem Arbeitsplatz wohnen; doch wenn man weiß, dass mehr als die Hälfte aller Stutenseer Pendler ihren Arbeitsplatz in Karlsruhe haben, dann scheint es doch vernünftig und für unsere Umwelt besser zu sein, wenn man neuen Wohnraum eher in der Nähe der potentiellen Arbeitsplätze schafft.

Zum Thema „bezahlbarer Wohnraum“ wurden von Herrn Dr. Gompper und Herrn Dr. Stelzer Vorschläge gemacht. Beide schlagen vor, dass die Stadt Stutensee Gelände ankauft -Herr Dr. Gompper sprach von 4,2 Mio., Herr Dr. Stelzer will in Spöck -für 10 Mio. ??- wenn das fast vollständig in Privatbesitz befindliche Gelände überhaupt von der Stadt zu erwerben ist- ankaufen!!

Da fragt man sich schon einmal, wie bei der Haushaltslage der Stadt das zu finanzieren ist!!! Alle Fachleute, die in dieser Branche tätig sind, schütteln bei solchen Vorschlägen nur mit dem Kopf!!!

Dass bei einer möglichen Inanspruchnahme eines Teils des Lachwaldes ein hochwertiger Ausgleich geschaffen werden soll und nach unserer Auffassung schon begonnen werden sollte, bevor auch nur ein Baum im Lachwald gefällt wird, ist leider in allen Beiträgen kaum ein Thema. Im Übrigen hätte man bei etwas mehr Kooperationsbereitschaft der beiden BI’s durchaus auch über weniger Fläche sprechen können; auch Herr Demal war dazu immer bereit. Jetzt sollen eben die Bürger von Stutensee am 18. Februar darüber entscheiden, wie es weitergehen soll. Als Gemeinderat hält man sich natürlich an dieses Votum unserer Bürger -so   o d e r   so!!

Mein bescheidener Wunsch wäre es, dass der Umgangston nicht die Auswüchse beibehält, wie man es teilweise lesen muss. Auch dass manche nicht den Mut haben, ihren werten Namen zu nennen, spricht nicht gerade für „Transparenz“, die sonst immer gerne eingefordert wird.


zum Beitrag von Heinrich Sickinger, Vorsitzender der SPD-Fraktion

Stutensee Woche Nr. 49, 7. Dezember 2017, Seite 13

Gebhard Hartmann, 12. Dezember 2017

Nicht nur Blankenloch und Büchig sondern auch Eggenstein-Leopoldhafen, Weingarten, Pfinztal, Karlsbad, Waldbronn, Rheinstetten und auch Ettlingen (Mittelzentrum) grenzen direkt an Karlsruhe und liegen somit an der „Nahtstelle zu Karlsruhe“ (s. Karte hier). Damit haben diese Gemeinden die gleichen Voraussetzungen und sind mit Sicherheit für die wachsende Bevölkerung im Landkreis Karlsruhe mindestens genauso attraktiv wie Büchig oder Blankenloch. Ihre Beschreibung der Entwicklung der nördlichen Stadtteile im Vergleich zu Büchig hinkt doch stark. Büchig hat mit Sicherheit eine sehr hohe Bevölkerungsdichte, insbesondere wenn man das Gebiet um den Buchenring, der direkt an den Lachwald grenzt, betrachtet. Deshalb kann man das nicht so vereinfacht mit Entwicklung im Süden und Norden darstellen.

Zum Pendlerverkehr habe ich anzumerken, dass sich nicht zwingend alle Arbeitgeber in kürzester Entfernung und mit bester Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu Stutensee-Büchig angesiedelt haben. Große Unternehmen wie KIT, Siemens, um nur ein paar Beispiele zu nennen, sind z.B. von den nördlichen Stadtteilen genau so gut oder besser erreichbar, wie von Büchig, wenn auch mit dem Auto und nicht mit dem ÖPNV. Für Arbeitsplätze im Bruchsaler Raum gilt das Gleiche. Es ist anzunehmen, dass sich daran künftig wenig ändern wird.

Bauen in Büchig heißt also nicht zwingend weniger Pendlerverkehr.

Es gibt aber auch etliche Arbeitnehmer, und die wird es hoffentlich auch bei möglichen Neubürgern in den nördlichen Stadtteilen Friedrichstal und Spöck geben, die aus Umweltgründen teils die 2 bis 3-fache Fahrzeit zum Arbeitsplatz in Kauf nehmen und mit der Stadtbahn fahren. Für manche ist der Weg zum Arbeitsplatz auch mit der Stadtbahn leicht machbar und sie wird auch genutzt.  Sonst wäre ja die Weiterführung der Stadtbahn in die nördlichen Stadtteile überflüssig gewesen.

Zum Thema „bezahlbares Wohnen“ ist anzumerken, dass es wohl Alternativen zum Lachwald gibt. Da ich nicht alles wiederholen will, verweise ich auf die entsprechenden Beiträge „Bezahlbares Wohnen in Stutensee – nur wenn der halbe Lachwald abgeholzt wird?“  (hier) und auf den Kommentar zum Artikel „Keine Kompromisse beim Lachwald – Wir brauchen einen Neuanfang in Stutensee“ (hier).


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Stutensee Woche Nr. 49, 7. Dezember 2017, Seite 13

Regina Vogt, 09. Dezember 2017

Da hat Herr Sickinger mal wieder endlose und totlangweilige Berechnungen angestellt, nur um dem Wahnsinn einer Waldrodung einen ökologischen Anstrich zu verpassen. Eigentlich sollte man auf so einen Nonsens gar nicht antworten. Aber nach Aussage eines Investors im Neubaugebiet „Lachenfeld“ (Büchig) verdient ein erheblicher Teil der dort zugezogenen Bürger seine Brötchen bei SAP!

Rechnen Sie doch einmal aus, wieviel Schadstoffemission eingespart werden könnte, wenn diese Menschen von Spöck aus ihren Weg zur Arbeit antreten würden.

Eine weitere Aufgabe wäre herauszufinden, wie groß der positive Einfluss wäre, wenn es ausreichend Park-and-Ride-Plätze an den DB-Haltestellen in Stutensee gäbe. Aber da baut man in  Blankenloch ja Wohnhäuser.

Viel Spaß beim Rechnen!

 


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Stutensee Woche Nr. 46, 16. November 2017, Seite 13

Regina Vogt, 28. November 2017

Felder statt Wälder!

Wie schmerzhaft und frustrierend muss der Gedanke für Sie sein, Herr Sickinger, wenn Sie – falls der  Lachwald tatsächlich abgeholzt werden dürfte – ökologisch wertvollste Maisfelder und Wiesen für diesen, ach so nutzlosen Wald als Ausgleichsflächen zur Verfügung stellen müssen!

Da bleibt nur ein Trost, dass die störenden Vögel, Reptilien, Hirschkäfer und Fledermäuse bereits freiwillig die Flucht angetreten haben, um dem Krach und der Unruhe bei der Rodung zu entgehen.

Eine wahre emotionale Herausforderung für Sie!

Eine mitleidige Seele


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Stutensee Woche Nr. 46, 16. November 2017, Seite 13

Klaus Gompper, 20. November 2017

Vorbemerkung: Die Zahlen in den Klammern ( ) verweisen auf Quellenangaben, die Sie hier finden

Jawohl Herr Sickinger, Klimaschutz beginnt in der Kommune. Und ja, man muss sich darüber Gedanken machen „ …dass uns nur noch wenig Zeit bleibt, eine noch größere Klimakatastrophe zu verhindern“. Bei so viel Einsicht in den Klima- und Umweltschutz muss doch die Frage erlaubt sein, warum dann die SPD und die anderen großen Fraktionen im Stutenseer Gemeinderat so vehement darauf hinarbeiten, dass der halbe Lachwald unwiederbringlich abgeholzt wird. An dem sozialverträglichen Wohnen, dessen Bedarf in Stutensee immer noch nicht quantifiziert ist, kann es jedenfalls nicht liegen. Den könnte man auch auf anderen stadteigenen Grundstücken verwirklichen, wenn man das nur wollte.

Aber offensichtlich ist der Wald gar nicht so wertvoll. Herr Sickinger hat nämlich „gelegentlich gegoogelt“ und herausgefunden, dass ein Hektar (ha) Mais etwa fünfmal so viel Sauerstoff (O2) produziert wie ein ha Wald. Leider hat Herr Sickinger die Quellen nicht angegeben, wo er diese „interessanten Erkenntnisse“ entdeckt hat.

Der Versuch, diese doch verblüffenden Zahlen zu verifizieren, gelang leider nicht. So ist auf der Homepage des Deutschen Maiskomitees e.V. und anderer Verbände, denen man bestimmt nicht unterstellen kann, negatives über den Mais zu veröffentlichen, zu finden, dass ein ha Mais den Jahressauerstoffbedarf von 50-60 Menschen liefert (1). Hier muss man ein bisschen vorsichtig sein, denn der Sauerstoffbedarf richtet sich natürlich danach, ob der Mensch in Ruhe ist oder ob er körperliche Arbeit verrichtet. Bei einem gemittelten jährlichen Sauerstoffbedarf eines Menschen von rund 300 kg (2) würde der ha Mais rund 15.000 bis 18.000 kg Sauerstoff produzieren.

Und der Wald? Eine Tanne kann laut der baden-württembergischen ForstBW (3) pro Tag „bis zu 13 Kilogramm Sauerstoff freisetzen, also über 4700 kg pro Jahr! Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg schreibt in einer Broschüre für Kinder: „Dabei liefert ein Baum so viel Sauerstoff wie ca. 10-20 Menschen zum Atmen brauchen“(4). Auf der Website der Bayerischen Staatsforsten kann man nachlesen (5), dass Laubwälder jedes Jahr 15 Tonnen Sauerstoff pro Hektar produzieren, Nadelwälder kommen sogar auf 30 Tonnen pro Hektar und Jahr. Auf eben dieser Website ist eine sehr schöne Grafik abrufbar (6), die nicht nur zeigt, wieviel Sauerstoff der Wald produziert, sondern auch was er sonst noch leistet. Das sollte auch nicht unberücksichtigt bleiben.

Aber zurück zum Mais: Es ist bekannt, dass Mais eine effektive Photosynthese aufweist, also relativ viel CO2 in Sauerstoff umwandeln kann, und zwar in der Zeit, in der er wächst. Aber bei weitem nicht in dem Maße (fünffach), wie von Herrn Sickinger in seinen „interessanten Erkenntnissen“ aufgeführt. Ganz vergessen hat er darüber hinaus, was den ertragreichen Anbau von Mais ausmacht: Pflügen, Säen, Düngen. Pflanzenschutz, Ernten, Transportieren usw… Wie sieht dann die Öko- oder Sauerstoffbilanz aus (7)? Oder wie schätzt er das Naherholungsgebiet Maisfeld und dessen Artenreichtum dort ein?

Also bitte nicht irgendein schnell gefundenes Ergebnis aus dem Internet ungeprüft übernehmen und wenn schon, dann bitte mit Quellenangabe. Das lernen unsere Kinder schon in der Schule.

Übrigens findet man beim „gelegentlichen googeln“ auch, dass Elvis lebt!


zum Beitrag von Heinrich Sickinger, Vorsitzender der SPD-Fraktion,

Stutensee Woche Nr. 46, 16. November 2017, Seite 13

Jörg Schelling, 17. November 2017

Herr Sickinger hat wieder mal mit seinem neuen Beitrag zum Thema Wald versucht, Hochwissenschaftliches zu erklären, was den dümmsten Stutenseer gescheit machen sollte.

So kann ein Maisacker eine Waldfläche auf einfachste Weise um ein Vielfaches ersetzten um unseren Bedarf an Sauerstoff weit besser zu versorgen. Gleiches soll eine Wiese können.

Herr Sickinger meint wohl den Sauerstoff, der bei der landwirtschaftlichen Maisgewinnung für die Energieerzeugung zur Verfügung gestellt wird. Und eine Kuh produziert auch nicht gerade Sauerstoff, wenn sie das Gras gefressen hat.

Eine Mischwaldfläche produziert 365 Tage im Jahr Sauerstoff. ein Maisfeld ca. vier Monate, eine Wiese etwa 7 Monate.

Aus Sicht von Herrn Sickinger, sollte man Befürworter sein, den Regenwald platt zu machen und für landwirtschaftliche Nutzflächen zur Verfügung stellen.

Die nächste Katastrophe wartet bereits auf uns alle.

Ist das Klimapolitik Herr Sickinger?

 


 zum Beitrag von Heinrich Sickinger, Vorsitzender der SPD-Fraktion,

Stutensee Woche Nr. 26, 29. Juni 2017, Seite 16

Detlef Vogt, 5. Juli 2017

Selektive Wahrnehmung!

Leider kein Gespräch mit der BI-Lachwald schreibt der Fraktionsvorsitzende der SPD, Herr Sickinger, und findet das sehr bedauerlich. Während einer der vergangenen Gemeinderatssitzung meinte Herr Sickinger noch im höchsten Maße missbilligend, dass Bürgerinitiativen wie Pilze aus dem Boden schießen, der Gemeinderat aber deshalb nicht umfällt.

Misst man die Aussagen an der obigen Überschrift, so fällt folgendes auf:
Es wird nicht ein Teilstück, sondern mehr als die Hälfte des Lachwaldes der Bebauung zugeführt. Eine Verniedlichung soll wohl in die Irre führen. Sie und Ihre Fraktion hätten eher über den Erhalt des Lachwaldes als über die Rodung und dem damit rechtlich vorgeschriebenen Ausgleich diskutieren vielleicht auch nachdenken sollen.

Sie hoffen, dass die BI sich aktiv „in die Neugestaltung… der nördlich und nordöstlich angrenzenden Flächen mit einbringt“. Nehmen Sie doch einmal zur Kenntnis, dass wir nur Gespräche führen, die den Erhalt des Lachwaldes in seinem gesamten Umfang zum Ziel haben. Wir sind nicht die „Steigbügelhalter“ der Abholzung.

Sie errechnen, dass jährlich in der Stutenseer Waldfläche von 225 ha gut 4 ha Wald eingeschlagen und wieder aufgeforstet werden. Wollen Sie damit etwa sagen, dass sich die Büchiger Bürger bei 7 ha Abholzung nicht so aufregen sollen? Nehmen Sie nicht wahr, dass es sich beim Forst um ein aus- und aufforsten auf einer 30 mal so großen Fläche handelt, ohne die Natur zu zerstören.

Sie behaupten kein Tafelsilber zu „verscherbeln“. Wie sollen Büchiger Bürger dann den Abbau eines Teils des astronomischen Schuldenberges im Jahre 2020 verstehen, wenn im Haushaltsentwurf 2017 u. a. zu lesen ist: “Die eingeplanten hohen Grundstückserlöse sind wie immer mit Risiken verbunden…ohne Grundstückserlöse keine Investitionen…neben der Fertigstellung des Stutensee-Bades könne nur noch existentiell notwendige Investitionen realisiert werden…usw“. Damit man dem Volk die Abholzung verkaufen kann, gibt man sich plötzlich „sozial“, also Sozialer Wohnungsbau. Geht denn Sozialer Wohnungsbau nur mit der Abholzung des Lachwaldes? Stellen Sie anschließend den Sozialen Wohnungsbau ein? Wo war das soziale Gewissen der SPD in Büchig 21 und im Lachenfeld?

Doch da war noch was. Zur Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft schreiben Sie, Herr Sickinger: „Aus Sicht der SPD-Fraktion ist dies auch der einzige Grund, weshalb wir uns für die Bebauung eines Teils des Lachwaldes entschieden haben“. Nutzen Sie etwa die Zustimmung der SPD zur Bebauung der Hälfte des Lachwaldes als Drohkulisse, um die Ziele Ihrer Partei zu erzwingen. Ich fürchte ja, denn Parteiinteresse stand und steht bei den etablierten Parteien über Bürgerinteresse. Das war bedauerlicherweise schon immer so.


Regina Vogt, 4. Juli 2017

Die trügerische Ruhe um die Lachwaldbebauung ist vorbei. Die SPD steigt mit ihrem Fraktionsvorsitzenden in den Ring; allerdings tut sie das mit abenteuerlichen Argumenten.

Wenn Herr Dr. Eichkorn von der Forstbehörde des Landratsamtes berichtet, wieviel Holz jährlich in der Ganzheit der Stutenseer Wälder eingeschlagen wird, so handelt es sich hierbei um pflegerische und forstwirtschaftliche Maßnahmen, die dem Wald nicht schaden, sondern nutzen: Werden allerdings flächendeckend 6,9 ha Mischwald gerodet, verkauft und bebaut, zerstört man damit unwiederbringlich ein wertvolles, funktionierendes Ökosystem!

Ich frage mich allmählich bange, auf welchem Niveau unsere gewählten Volksvertreter argumentieren.

Wie wäre es zur Abwechslung mal mit einem Funken Ehrlichkeit? Warum gesteht die SPD nicht endlich ein, dass sie mit Schuld daran trägt, dass die Stadt Stutensee ungebremst auf einen Schuldenberg von 40 Millionen Euro zurast. Offensichtlich ist ihr der Begriff „striktes Sparen“ so zuwider, dass sie lieber den halben Lachwald verscherbelt, um damit – vorübergehend(!) – die Schulden zu senken.

Ein Jammer, dass Gemeinderäte kein ökologisches und ökonomisches Wissen nachweisen müssen.


 

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