Forstarbeiten im Lachwald sollen beginnen – BI „Lachwald erhalten“ schießt plötzlich quer

Plötzlicher Aktionismus der BI „Lachwald erhalten“

Im Lachwald stehen lang angekündigte Waldbewirtschaftungsmaßnahmen an, über die vorab ausführlich informiert wurde.

Auf der Website der BI „Lachwald erhalten“ findet man nun seit kurzem den Aufmacher, dass „über 1000 Bäume im Lachwald gefällt werden“. Weiter ist zu lesen, dass „trotz Bürgerentscheid im Lachwald über 1000 Bäume fallen sollen“. Beiden Aussagen fehlt die Grundlage. In einem Schreiben an Frau OB Becker wurde verlangt „die Arbeiten unverzüglich zu stoppen“. Was bezweckt die BI?

Hintergrund: Lachwald soll nachhaltig bewirtschaftet werden

Mit dem Lachwald geschieht genau das, was mit jedem Wald geschieht, der nachhaltig*) bewirtschaftet wird. Über die geplanten Maßnahmen haben der Forstbezirksleiter Dr. Thomas Eichkorn und Revierleiter Christian Haag vom Landratsamt Karlsruhe bei einer in verschiedenen Medien angekündigten Informationsveranstaltung am 16.09.2018 vor Ort im Lachwald informiert. (siehe dazu den Beitrag auf unserer Website (hier) oder den sehr ausführlichen Bericht auf der Website der Grünen Stutensee (hier)).

An der sehr interessanten Veranstaltung haben viele Lachwaldfreunde und die Initiatoren der Bürgerinitiative „Rettet den Lachwald“ teilgenommen. Leider waren maßgebliche Initiatoren der BI „Lachwald erhalten“ nicht anwesend.

Bedauerlich, dass sie diese Möglichkeit zur Information und Diskussion nicht wahrgenommen haben.

Aktionismus der BI „Lachwald erhalten“ unverständlich

Umso unverständlicher ist es, dass jetzt, da die angekündigten und ausführlich erläuterten Forstmaßnahmen beginnen sollen, seitens BI „Lachwald erhalten“ plötzlicher Aktionismus ausbricht, gepaart mit Aussagen und Behauptungen, die in keiner Weise zu halten sind.

Auf zwei soll im Folgenden näher eingegangen werden.

1. „über tausend Bäume sollen gefällt werden“ (manchmal ist die Rede von „weit über 1000 Bäumen“). Quelle laut Website „Lachwald Erhalten“: …uns liegen Hinweise vor…

Die Zahl stimmt nicht, wie jeder nachprüfen kann, der sich die Mühe macht, die rot markierten, zur Fällung vorgesehenen Bäume zu zählen. Sie liegt vielmehr bei ca. 600 Bäumen unterschiedlichsten Alters und Zustands. Die Zahl erscheint zwar zunächst hoch, aber es muss dabei berücksichtigt werden, dass dies zum einen Bäume sind, die zur Verbesserung der Waldstruktur und der Förderung wertvollen Baumbestandes (Eiche) entfernt werden. Zum andern sind Bäume durch die langanhaltende Trockenheit stark geschädigt und müssen aus Sicherheitsgründen gefällt werden.

Fazit: Wir wollen doch alle einen gesunden und nachhaltig bewirtschafteten Lachwald haben. Denn nur so hat er eine Zukunft. Dazu gehört eben, wie in jedem Wald, die Durchforstung. Und dazu müssen auch Bäume gefällt werden.

2. „trotz Bürgerentscheid sollen im Lachwald über 1000 Bäume fallen“

Was hat der Bürgerentscheid, in dem die Stutenseer Bürgerinnen und Bürger in großartiger Weise sehr deutlich entschieden haben, dass -unter anderem- der Lachwald „…in seiner jetzigen Form erhalten bleibt…“, mit nachhaltiger Waldbewirtschaftung zu tun? Es ging beim Bürgerentscheid darum, dass der Lachwald in seiner Größe und Form erhalten bleiben und nicht bebaut werden soll, aber nicht um Forstmaßnahmen.

Die geplanten Forstmaßnahmen, nämlich die nachhaltige Bewirtschaftung des Lachwalds, verfolgen genau dieses Ziel, den Wald in seiner Größe und Form auch in der Zukunft in einem guten und gesunden Zustand erhalten.

Hier müssen sich wohl einige Verantwortliche der BI „Lachwald erhalten“ die Frage gefallen lassen, ob sie den Text, über den beim Bürgerentscheid abgestimmt wurde, nicht verstanden haben oder heute anders verstehen wollen.

Fazit: Nachhaltige Bewirtschaftung des Lachwalds mit dem Ziel, diesen langfristig gesund zu erhalten liegt im Interesse des Bürgerentscheides.

Weitere Behauptungen widerlegbar

Es gibt noch eine Reihe weitere Beispiele in den Verlautbarungen des/der Autoren zum Thema Forstmaßnahmen auf der „Lachwald erhalten“ Website, die diskutiert und widerlegt werden könnten. Dies ist zugegebenermaßen nicht immer einfach, weil die Argumentationsketten oft nicht nachvollziehbar sind oder auch bewusst oder unbewusst falsche Begriffe verwendet werden. Man spricht beispielsweise von „massiver Rodung“, was zwar spektakulär klingt, mit nachaltiger Waldbewirtschaftung aber nichts zu tun hat. Oder von der „Tabuzone Lachwald“ im Zusammenhang mit Holzeinschlag. Es wird auch ein  „Gemeinderatsbeschluss zur Durchforstung des Lachwalds“ erwähnt, den es so gar nicht gibt. Der Beschluss des Stutenseer Gemeinderates vom 26.11.2018 umfasste vielmehr nicht explizit den Lachwald sondern den gesamten Stutenseer Stadtwald und lautete:

Der Gemeinderat stimmt dem vom Landratsamt Karlsruhe, Forstamt, Forstbezirk
West, Außenstelle Bruchsal, für den Stadtwald Stutensee aufgestellten Nutzungs-,
Kultur- und Bewirtschaftungsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2019 zu.

Abstimmungsergebnis: einstimmige Zustimmung

Neue Konfliktsituation?

Der/die Autoren schreiben auf der Website von „Lachwald erhalten“:

„Warum bahnt sich jetzt wieder eine neue Konfliktsituation an?“

Auch hier eine Frage: Wäre diese Konfliktsituation zwischen BI „Lachwald erhalten“ und Stadtverwaltung überhaupt entstanden, wenn man sich seitens des/der Autoren die Mühe gemacht hätte, Angebote zur Information anzunehmen und zu diskutieren?

 

Unsere BI „Rettet den Lachwald“ distanziert sich entschieden

Die Bürgerinitiative „Rettet den Lachwald“ hat mit der aktuellen Aktion der BI „Lachwald erhalten“ nichts zu tun und distanziert sich entschieden von diesem Aktionismus.

Wir sind dankbar, dass die Stutenseer Bürgerinnen und Bürger im Februar 2018 für den Erhalt des Lachwalds und gegen den unseligen Bebauungsbeschluss gestimmt haben.

Wir setzen nun, und das haben wir oft betont, auf rechtzeitigen offenen Informations- und Meinungsaustausch mit Stadtverwaltung und Parteien. Wir wollen keine unnötigen Konfrontationen.

 

*) Einige Informationen zur nachaltigen Forstwirtschaft:

Wikipedia (hier)
Forst BW (hier)
Umweltbundesamt (hier)

Nachtrag vom 20.12.2018: BNN-Artikel „Begehung im Lachwald“ (hier)


Hinweis:

Am Samstag, 22. Dezember, findet um 10 Uhr vor Ort im Lachwald noch einmal eine Informationsbegehung mit den zuständigen Forstleuten statt. In diesem Rahmen werden der Leiter des Forstbezirks West, Herr Bernd Schneble, und der Revierleiter, Herr Christian Haag, die vorgesehenen Maßnahmen detailliert erläutern.

Treffpunkt ist auf der Ostseite des Lachwaldes an den Altglascontainern.


Print Friendly, PDF & Email

Kommentar hinterlassen zu "Forstarbeiten im Lachwald sollen beginnen – BI „Lachwald erhalten“ schießt plötzlich quer"

Kommentar verfassen