Lachwald wird nachhaltig bewirtschaftet

Am Sonntag, 16.09.2018, fand, initiiert durch die Stutenseer AG Natur und Umwelt, eine Exkursion durch den Lachwald statt.

Über 40 Teilnehmer an Waldbegehung

Etwa 40 interessierte Teilnehmer hatten sich um 10:00 Uhr bei den Glascontainern auf der Ostseite des Lachwalds eingefunden.

Nach der Begrüßung durch Dr. Mittag informierten Forstbezirksleiter Dr. Thomas Eichkorn und Revierleiter Christian Haag vom Landratsamt Karlsruhe über den Lachwald und beantworteten Fragen.

Vielfältiger Baumbestand im Lachwald

Zu Beginn ging Dr. Eichkorn auf den vielfältigen Baumbestand im rund 10.5 Hektar großen Lachwald ein. Die häufigste Baumart ist die Kiefer, gefolgt von Douglasie, Hainbuche, Roteiche, Eiche und Buche (s. nebenstehende Tabelle). Das Alter der Bäume liegt zwischen 55 und 80 Jahren. Der Lachwald selbst ist aber viel älter. Er war Teil des Hardtwalds und wurde erst mit dem Bau der 1895 eröffneten Eisenbahnlinie Mannheim-Karlsruhe von diesem abgetrennt (siehe dazu auch „Historisches“ hier).

Nachhaltige Bewirtschaftung

Der Lachwald soll zukünftig nachhaltig bewirtschaftet werden. Der Begriff Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft und wurde 1713 erstmals im Zusammenhang mit dem Holzanbau erwähnt. Nachhaltig bedeutet, dass nicht mehr Holz gefällt werden darf, als nachwachsen kann.

Holznutzung und Verbesserung der Waldstruktur

Herr Haag erläuterte die zukünftige Vorgehensweise. Zielsetzung neben der Nutzung des Holzes ist die Verbesserung der Waldstruktur, wobei besonders auf die Förderung des wertvollen Baumbestandes geachtet wird. Ein Beispiel ist die ökologisch wertvolle Eiche, die Lebensraum für mehrere hundert Arten (Säugetiere, Vögel, Insekten, Spinnentiere …) bietet. Ihr Wachstum kann dadurch verbessert werden, dass in ihrem Umkreis zu dicht stehende andere Bäume ausgedünnt werden. So können sich die Eichen besser entwickeln, aber es gelangt auch mehr Licht auf den Waldboden, was die Chancen nachwachsender Bäume deutlich verbessert.

Damit soll in diesem Winter auf der Nordseite des Lachwaldes begonnen werden. Herr Haag wies vorsorglich darauf hin, dass die Pflegemaßnahmen zeitlich befristete Beeinträchtigungen durch Motorsägenlärm, Fahrzeuge und gesperrte Waldwege mit sich bringen werden.

Kenntnisse konnten getestet werden

Am Ende der Waldbegehung gab es für die Teilnehmer Gelegenheit, das Gelernte praktisch anzuwenden. Sie wurden in Gruppen eingeteilt und hatten die Aufgabe, mit verschiedenfarbigen Bändern die aus ihrer Sicht wertvollen Bäume und die zur Auslichtung vorgesehenen zu markieren. Das Ergebnis entsprach nicht immer der Ansicht der beiden Forstfachleute, war aber doch recht zufriedenstellend.

Interessante und informative Veranstaltung

Insgesamt war es eine interessante und sehr informative Veranstaltung. Unser herzlicher Dank geht an Herrn Dr. Eichkorn und Herrn Haag, die ihren Sonntagvormittag für diese Waldbegehung geopfert haben.

Keine Teilnehmer von der Stadtverwaltung und von den Fraktionen CDU/FDP, Freie Wähler und SPD

Leider fiel auf, dass keine Verantwortlichen der Stutenseer Stadtverwaltung an der Veranstaltung teilgenommen haben. Auch aus den Gemeinderatsfraktionen CDU/FDP, Freie Wähler und SPD, die sich bis zum Bürgerentscheid vehement für die Abholzung eingesetzt haben, nutzte niemand die Gelegenheit, sich über den Lachwald, der so vielen Stutenseern am Herzen liegt, zu informieren. Und ganz besonders fiel auf, dass von den vier Büchiger Gemeinderätinnen und Gemeinderäten niemand teilgenommen hat.

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