Ergebnisse des Bürgerentscheids in Stutensee

Gesamtergebnis: Überragende Mehrheit für den Lachwald

Am 18. Februar 2018 wurde in Stutensee zum ersten Mal ein Bürgerentscheid durch geführt. Es ging um die Frage, ob der halbe Büchiger Lachwald bebaut werden oder ob der Wald erhalten bleiben soll. Die genaue Frage lautete:

Sind Sie dafür, dass der Lachwald in seiner jetzigen Form erhalten bleibt und der Beschluss des Gemeinderats zur Aufstellung eines Bebauungsplans „Lachwald II“ aufgehoben wird?

Das amtliche Endergebnis des Bürgerentscheides wurde am 19.02.2018 um 17:00 Uhr im Rathaus bekanngegeben. Demnach haben 10. 036 Bürgerinnen und Bürger ihre Stimme abgegeben, was einer Wahlbeteiligung von  52,3 % entspricht. 7.267 Bürgerinnen und Bürger haben mit „Ja“  und damit für den Erhalt des Lachwalds gestimmt, 2.733 mit „Nein“ . Es gab insgesamt 36 ungültige Stimmen. Für den Erhalt des Lachwalds war eine Mehrheit der „Ja“-Stimmen erforderlich. Diese Mehrheit musste 20% der Wahlberechtigte in Stutensee repräsentieren (Quorum), das waren zum Zeitpunkt des Bürgerentscheides 3.836 Stimmen. Das Quorum wurde weit überschritten.

Deutliche Mehrheit in allen Stadtteilen für den Lachwald

Besonders beeindruckend war, dass die „Ja“-Stimmen in allen Wahlbezirken, und damit in allen Stadtteilen Stutensees, eine deutliche Mehrheit hatten. Auch bei den Briefwählern lagen die „Ja“-Stimmen deutlich vorne.

Graphische Aufarbeitung der Abstimmungsergebnisse

Da bis jetzt von der Stadtverwaltung lediglich das offizielle Blatt mit den Abstimmungsergebnissen verfügbar ist (hier), werden diese im Folgenden graphisch aufgearbeitet und kurz kommentiert. Die Abkürzungen bedeuten:
Bl = Blankenloch; Bü = Büchig, Fr = Friedrichstal, Sp = Spöck und St = Staffort.:

Die folgende Tabelle zeigt die abgegebenen Stimmen in den verschiedenen Stadtteilen und bei der Briefwahl.

Stimmen in den Stadtteilen und bei der Briefwahl

Die einzelnen Stimmbezirke

Interessant ist, wie die Stimmenverteilung in den  einzelnen Stimmbezirken war. Die Prozentangaben beziehen sich immer auf die Zahl der abgegebenen Stimmen.

Blankenloch und Büchig

Blankenloch und Büchig:
Prozentuale Verteilung der Ja- und Nein-Stimmen in den Stimmbezirken

In allen Stimmbezirken in Blankenloch und Büchig gab es mehr als doppelt so viele Ja- wie Nein-Stimmen. Wie zu erwarten war, hatten die Ja-Stimmen in den beiden Büchiger Stimbezirken den höchsten prozentualen Anteil.

Friedrichstal

Friedrichstal: Prozentuale Verteilung der Ja- und Nein-Stimmen in den Stimmbezirken

Auch in Friedrichstal war in allen Stimmbezirken die Zahl der Ja Stimmen mehr als doppelt so hoch wie die Nein-Stimmen

Spöck und Staffort

Spöck und Staffort: Prozentuale Verteilung der Ja- und Nein-Stimmen in den Stimmbezirken

Auch in Spöck waren es in allen Stimmbezirken mehr als doppelt so viele Ja- wie Nein-Stimmen. In Staffort gab es rund 1,7 mal mehr Ja- wie Nein-Stimmen.

Stadtteile und Briefwahlbezirke

Die folgende Grafik zeigt die prozentuale Verteilung der Ja- und Nein-Stimmen in den einzelnen Stadtteilen und in den beiden Briefwahlbezirken Blankenloch-Büchig und Freidrichstal-Spöck-Satffort.

Prozentuale Verteilung der Ja- und Nein-Stimmen in den Stadteilen und den beiden Briefwahlbezirken

Auch bei den Briefwahlbezirken fällt die große Zahl an Ja-Stimmen auf. Selbst in den nördlichen Stadtteilen ist die Zahl der Ja- Stimmen wieder mehr als doppelt so hoch wie die der Nein-Stimmen.

Zusammenfassung der Stimmbezirke, der Briefwahlbezirke und das Gesamtergebnis

Prozentuale Verteilung der Ja- und Nein-Stimmen in allen Stimmbezirken, in den Briefwahlbezirken und beim Gesamtergebnis

Über alle Stimmbezirke gemittelt haben wir fast dreimal so viele Ja-Stimmen wie Nein-Stimmen. Bei der Briefwahl sind es doppelt so viele und beim Gesamtergebnis deutlich mehr als das Doppelte.

Fazit

Ein Ergebnis, wie es in in dieser Deutlichkeit wohl niemand in Stutensee erwartet hatte. Dass besonders in Büchig aber auch in Blankenloch so viele für den Lachwald gestimmt haben, ist erfreulich. Aber dass auch die weiter entfernten Stadtteile Friedrichstal, Spöck und Staffort mit signifikanter Mehrheit für den Lachwald gestimmt haben, ist wirklich bemerkenswert. Wie wichtig der Stutenseer Bürgerschaft dieser Bürgerentscheid war, sieht man an derWahlbeteiligung von 52,3%. Einer Wahlbeteiligung, die höher ist als bei den letzten kommunalen Wahlen. Bei der Gemeinderatswahl 2014 hatten wir eine Wahlbeteiligung von 49,4% und 2015 bei der Wahl des Oberbürgermeisters waren es nur 35,1 %.

Bürgerenstcheid gibt Signal zum Neuanfang in Stutensee

Deutlicher kann der Auftrag an Oberbürgermeister und Gemeinderat in Stutensee nicht sein. Die Bürgerinnen und Bürger in Stutensee haben sich mit überwältigenser Mehrehit für den Erhalt des Büchiger Lachwaldes entschieden. Sie haben sich für die Aufhebung eines Gemeinderatsbeschlusses ausgesprochen. Sie haben sich damit aber auch für eine transparente Kommunalpolitik entschieden, in der Bürgerinnen und Bürger nicht nur Wähler sind, sondern auf Augenhöhe in wichtige, alle betreffede Entscheidungen, rechtzeitig eingebunden werden. Hoffen wir, dass dieser Neuanfang gelingt. Stutensee hat es verdient.


18.02.2018, 19:30 Uhr: OB Demal gibt das vorläufige Endergebnis des Bürgerentscheides bekannt:

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4 Kommentare zu "Ergebnisse des Bürgerentscheids in Stutensee"

  1. Das ist doch nicht widerlich?! Kaum zu vergleichen mit der Strategie der AfS, das war zum Teil wirklich unaufrichtig und falsch. Es ist doch klar zu erkennen, dass die Stadt das Ergebnis unter Tisch fallen lässt. Was will der Gemeinderat in Zukunft noch bewirken nach diesem Ergebniss: 72,4% stimmen für den Lachwald. Und eben auch für eine andere Politik und mehr Umweltschutz! Vielleicht ist die Moderne bei vielen aktuellen Gemeinderäten usw doch noch nicht angekommen. Es ist nun Zeit für einen Umbruch!

  2. Es wurde ein großer Hype betrieben und die Stimmung war entsprechend emotional geladen.
    Ob der Bürgerentscheid in 3 Jahren wieder mit diesem Ergebnis ausgehen würde ???

  3. Dann hören Sie auf, den Neuanfang zu verhindern!
    Natürlich gibt es eine Stellungnahme des OB – noch am Abstimmunsabend direkt nach Verkündung des Ergebnisses hat sich der OB direkt an die Bürger gewandt.
    Sie haben gewonnen. Jetzt lassen Sie Frieden einkehren und hören Sie auf, nachzutreten. Das ist widerlich.

    • Klaus Gompper | 22. Februar 2018 um 10:24 |

      Hallo Randy,
      ja, wir haben gewonnen. Ja, wir freuen uns darüber, dass über 10.000 Bürgerinnen und Bürger in Stutensee zur Wahl gegangen sind und so überragend viele für den Lachwald gestimmt haben.
      Die Stadt hat vor dem Bürgerentscheid auf ihrer Website, im Amtsblatt und auf Plakaten massiv gegen den Lachwald geworben hat. Dann darf doch nach diesem Abstimmungsergebnis erwartet werden, dass sich der Oberbürgermeister an die Stutenseer wendet und ihnen sagt, wie es weitergeht. Ich kann daran nichts „widerliches“ finden.

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