David gegen Goliath

…oder ein Lehrstück für Demokratie in Stutensee

Liebe Besucher unserer Website,

vor fast genau einem Jahr, am 22. Februar 2017 fand in Büchig eine Veranstaltung der Grünen statt, in der die Bürger erstmals erfuhren, dass die Stadtverwaltung mit Zustimmung des Gemeinderates den halben Lachwald in den Flächennutzungsplan 2030 eingebracht hat, mit dem Ziel, diesen zu bebauen. Draufhin hat sich spontan unserer Bürgerinitiative Rettet den Lachwald gegründet. Wir haben im letzten Jahr viel gelernt, wir haben überwältigend viele positive Rückmeldungen erhalten, auch negative und manchmal sogar feindselige, aber das ist so in Ordnung.

Engagement von Bürgern wird nicht honoriert, wenn sie anderer Meinung sind als Stadt und Gemeinderat

Wir haben viele unserer, zugegeben etwas idealistischen Vorstellungen über das Zusammenwirken von Bürgern und ihren gewählten Lokalpolitikern hier in Stutensee über Bord werfen müssen.
Wir mussten feststellen, dass das immer wieder eingeforderte Engagement von Bürgern nur dann honoriert wird, wenn diese keine andere Meinung als unsere Lokalpolitiker haben.
Wir haben feststellen müssen, dass unsere Lokalpolitiker schwierige Themen, die alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt betreffen, aus Angst vor Widerspruch möglichst lange unter der Decke halten.
Wir haben leider auch erfahren müssen, dass sowohl die Stadt, und damit verantwortlich der Oberbürgermeister, aber auch die großen Fraktionen des Stutenseer Gemeinderates CDU/FDP, Freie Wähler und SPD, ihre geballte Kraft einsetzen, um gegen Bürgerinnen und Bürger vorzugehen, die eine andere Meinung vertreten.

Bürgerinitiativen erhielten keine Hilfe von der Stadt

Wir mussten als Bürgerinitiative schmerzlich zur Kenntnis nehmen, dass wir seitens der Stadt keinerlei Unterstützung erhalten haben, um gleichberechtigt wie die Parteien unsere Meinung zu vertreten.
Wir haben keinerlei Hilfe von der Stadt erhalten, als unsere unverfänglichen und selbstfinanzierten Anzeigen in der Stutensee Woche zensiert oder ganz untersagt wurden.

Allianz für Stutensee stellt sich gegen Bürgerinnen und Bürger

Wir haben erstaunt zur Kenntnis genommen, dass sich CDU, Freie Wähler, SPD und FDP zu einer sogenannten „Allianz für Stutensee (AfS) “ zusammengeschlossen haben, um gemeinsam gegen einige tausend andersdenkende Menschen in Stutensee, auch ihre eigenen Wähler, Front zu machen.
Wir haben gelernt, mit dem oft rüden Ton der AfS umzugehen, auch damit, dass diese sofort das Jammern angefangen haben, sobald sie selbst angegriffen wurde.
Wir mussten uns Sachbeschädigung, Beleidigung, Diffamierungen usw. unterstellen lassen, wenn irgenwo in Stutensee etwas passierte, was der AfS nicht passte.
Wir waren nicht erstaunt, dass die Behauptungen und Versprechen der AfS in ihren Werbebroschüren und sonstigen Auftritten leicht zu widerlegen waren.
Wir hätten aber nicht erwartet, dass eben diese AfS sich nicht schämt, die Stutenseer Bürgerinnen und Bürger bewusst zu täuschen oder Kirchen, Vereine, Feuerwehr und Rettungsdienste ungefragt für ihre Kampagnen einzuspannen.

Oberbürgermeister Demal hat klar Partei gegen einige tausend Stutenseer ergriffen

Wir haben, und das war besonders schmerzlich, unsere anfängliche Meinung leider revidieren müssen, dass der Oberbürgermeister alle Stutenseer/Innen vertritt, egal was sie für Ansichten haben.
Wir hätten erwartet, dass sich der Oberbürgermeister einmal den Büchiger/Innen stellt und mit ihnen als Hauptbetroffenen diskutiert.
Wir hätten erwartet, dass OB Demal einmal erwähnt, welche Belastungen auf die Büchiger Bürger zukommen können.
…aber das wäre wohl zuviel verlangt gewesen.

Aber: Wir haben überwältigend viel Zustimmung bekommen

Wir haben im letzten Jahr von Stutenseer Bürgerinnen und Bürgern ein überwältigendes Maß an Zustimmung erhalten, aus allen Stadtteilen, von Jung und Alt. Schon alleine dafür hat sich unser Einsatz gelohnt und dafür sind wir Ihnen allen dankbar.

Wir hoffen, dass der Bürgerentscheid am 18.02.2018 positiv für den Lachwald ausgeht. Aber unabhängig vom Ergebnis haben wir einige Wünsche für eine gemeinsame Zukunft in Stutensee:

Unsere Wünsche für die Zeit nach dem Bürgerentscheid

Wir wünschen uns,

– dass sich alle in Stutensee wieder ihrer Verantwortung für Natur und Umwelt und damit für zukünftige Generationen bewusst werden;

– dass in wichtigen, die Stadt und uns alle betreffenden Fragen, die Bürger frühzeitig informiert und offen eingebunden werden;

– dass unsere Stutenseer Kommunalpolitiker, deren Engagement eigentlich hoch einzuschätzen ist, sich wieder darauf besinnen, dass ihre Wähler auch mündige Bürger sind und

– dass wir wieder ein Stadtoberhaupt für alle Stutenseer haben.

Liebe Stutenseer Bürgerinnen und Bürger, gehen Sie bitte am Sonntag zur Wahl und stimmen Sie mit einem Ja für den Erhalt des Lachwalds. Ein Ja bedeutet auch einen Neuanfang in Stutensee.

Ihre

 

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2 Kommentare zu "David gegen Goliath"

  1. Ludwig-W. Heidt | 19. Februar 2018 um 12:17 |

    Hallo Fritz,

    Klarstellung zum „Unterfeld“ (Holzlagerplatz und Grüngutannahmestelle): Auf den Ankauf des Grundstücks wurde unübersehbar in den amtlichen Mitteilungen des Stadtteils Staffort hingewiesen (Ausgabe 34-2016 ff.).

    Ludwig-W. Heidt

  2. Hallo liebe Mitbürgerinen und Mitbürger

    Der Vorgang um den Lachwald ist der Spiegel unserer Gesellschaft.
    Wer sich einbildet, dass durch das Abholzen des Lachwaldes nur ein m² bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird, läst sich von den versprechen den befürworten des Gemeinderats blenden.
    Hütchenspiel nennt man das. Unterfeld 2 Staffort lief die gleiche Nummer ab.
    Es wurde ein großer Kreis projektiert wo das neue Wohngebiet hinkommen soll.
    Aber dass dann das Areal für den neuen Holz und Grünzeugplatz in geheimer Mission gekauft werden musste hat man nicht publiziert.
    Es ist schade, dass man mit den Bürgen so umgeht.

    So ihr seid jetzt dran eure Stimme für Bäume oder vielleicht bezahlbarer Wohnraum abzugeben.

    Ein Bürger

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