Die Stadt informiert falsch!

Bild 1

Im Beitrag „Die Stadtverwaltung informiert“ in der Stutensee Woche Nr. 30, ist auf Seite 3 eine große Luftaufnahme abgebildet, die das gelb umrandete Plangebiet Lachwald II zeigt.
Nördlich davon steht „weiterbestehende Waldfläche“.

Der erste Fehler

Der nördliche Streifen gehört nicht zum Lachwald und ist durch einen Weg, der vom Kompostplatz zur Straßenbahntrasse führt von diesem getrennt (rote Pfeile in Bild 1). Dieser Streifen, der auf dem Luftbild schön grün aussieht, besteht aus aufgeschüttetem Erdaushub, auf dem sich über Jahre hinweg Sträucher usw. entwickelt haben, darf also nicht der Waldfläche zugeordnet werden.

Der zweite Fehler „Grünzäsur bleibt erhalten! – Sicherung durch Regionalplan“ ist viel gravierender

Aber viel gravierender ist der Schriftzug „Grünzäsur bleibt erhalten! – Sicherung durch Regionalplan“ Das ist falsch!

Bild 2

Am 24.04.2017 hat der Gemeinderat gegen die Stimmen der Grünen und bei zwei Enthaltungen eine Flächenkulisse beschlossen, die, wie Lachwald II, ins weitere Verfahren des Nachbarschaftsverbandes eingetragen werden sollen (Bild 2). Und hier sind drei Flächen am Südrand von Blankenloch mit insgesamt 10 ha für eine Wohnbebauung vorgesehen (s.  blaue Kästen in Bild 1), nämlich Östlich Fleckensteiner Weg (3,8 ha), Südlich Hohe Eich I (2,6 ha) und Südlich Hohe Eich II (3,6 ha). Diese Baugebiete ragen sehr wohl in die oben beschriebene Grünzäsur hinein. Die Verbandsversammlung des Nachbarschaftsverbandes Karlsruhe hat in der Sitzung am 22.05.2017 die Flächenkulisse, und dazu gehören die beschrieben Flächen, wie auch der Lachwald, einstimmig beschlossen, dass diese von Stutensee vorgeschlagenen Flächen im weiteren Verfahren zur Fortschreibung des Flächennutzungsplans 2030 bleiben.

Wer ist für die Falschinformation verantwortlich?

Geht man davon aus, dass die in der Stutensee Woche abgebildete und beschriftete Luftaufnahme vor der Veröffentlichung von jemandem überprüft und freigegeben wurde und dass der-/diejenige  über die Pläne der Stadt Stutensee Bescheid wusste, so ist dies eine gezielte Falschinformation. Wer übernimmt bei der Stadt Stutensee die Verantwortung dafür?

Was bezweckt die Stadt mit solcher falschen Information? Sollen die Bürgerinnen und Bürger eingelullt und ruhiggestellt werden?  

Oder plant/weiß die Stadt Stutensee/der Oberbürgermeister schon etwas, was die Bürger noch nicht wissen. Hier sind Spekulationen Tür und Tor geöffnet!         

                                                                                                                   

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3 Kommentare zu "Die Stadt informiert falsch!"

  1. A: Warum gibt es da überhaupt eine Grünzensur?
    Autobahnzubringer nach Weingarten?
    Deutsche Bahn?
    Kann das an der Stelle nicht nachvollziehen?

    • Grünzäsuren
      Grünzäsuren sind eine regionalplanerische Festlegung, um Freiräume zwischen langgestreckten Siedlungs­ bändern zu sichern. Darüber hinaus ermöglichen sie die Vernetzung von Lebensräumen von Pflanzen und Tieren, begünstigen klimatische Ausgleichsfunktionen in den benachbarten Siedlungsgebieten und sind wich­ tige Naherholungsgebiete.
      Quelle: Regionalverband Mittlerer Oberrhein

      • Mit Verlaub das war nicht meine Frage.
        Die Definition mag zwar für die Außendarstellung korrekt sein wird aber in der Praxis in den seltesten Fällen dafür verwendet.
        Als Paradebeispiel im aktuellen Regionalplan ist die geplante Nordtangente, abgesehen von der Kreuzung des Hardtwalds, durchgehend vom Rhein bis zur A5 Grünzäsur.
        Grünzäsur hat in den meisten Fällen schlicht eine Platzhalterfunktion für angedachte bzw. in der frühen Planung befindliche Verkehrsinfrastrukturprojekte.

        Die spannende Frage bleibt also: Wieso gibt es überhaupt eine Grünzäsur zwischen Blankenloch und Büchig.

        Klimatischer Ausgleich, Naherholung, Lebensraumvernetzung
        …vielleicht eine Einflugschneise für den Weihnachtsmann.

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