Stadt rühmt sich mit „Natur nah dran“ und 250 Meter weiter sollen rund 7 ha Lachwald abgeholzt werden!

Die Stadt Stutensee wurde 2017 im Regierungsbezirk Karlsruhe neben Hockenheim und Gernsbach für die finanzielle Förderung im Rahmen des NABU-Projektes „Natur nah dran“  ausgewählt. Das NABU-Projekt wird gefördert durch das baden-württembergische Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft.

Mittlerweile wurden im Zusammenhang mit dieser Förderung kleine Flächen entlang der Waldstraße am alten Friedhof in Stutensee-Büchig bearbeitet und bepflanzt. Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn man davon absieht, dass die Bepflanzung mit Grünpflanzen mitten im Hochsommer nicht gerade von besonderen gärtnerischen Kenntnissen zeugt. Einige der Pflanzen sind bereit verdorrt.

Die Stadt rühmt sich mächtig mit dieser Aktion, es wurden schon die entsprechenden Schilder aufgestellt.

Viele Büchiger Bürger empfinden das als Schlag ins Gesicht

Was viele Büchiger Bürger aber wie einen Schlag ins Gesicht empfinden ist, dass eben diese Stadt Stutensee in nur 250 Meter Entfernung rund 7 ha des Büchiger Lachwaldes, das ist mehr als die Hälfte, abholzen will, um Baugrundstücke verkaufen zu können. Mit dem Geld, und dabei geht es um Millionen, sollen zukünftige Schulden abgebaut werden (s. Haushaltsplan 2017 der Stadt Stutensee).

Bürger wollen den Lachwald behalten

Über 2600 Bürgerinnen und Bürger haben sich mit Ihrer Unterschrift für den Erhalt des Waldes eingesetzt, denn der Lachwald

  • ist ein wichtiges Naherholungsgebiet für Alt und Jung direkt angrenzend an das Wohngebiet mit der höchsten Bevölkerungsdichte in ganz Stutensee;
  • beherbergt eine schützenswerte Flora und Fauna;
  • hat positive Einflüsse auf die klimatischen Verhältnisse in dem dichtbesiedelten Wohngebiet;
  • ist Lärmschutz und Feinstaubfilter;
  • wird von der örtlichen Grundschule regelmäßig als Waldklassenzimmer genutzt;
  • ist für die örtlichen Kindergärten ein gern genutzter Raum, in dem die Vorschulkinder die Natur „begreifen“ lernen.

Hat die Stadt die Zuwendungsgeber über die Abholzung informiert?

Wir wissen nicht, ob der NABU oder das Umweltministerium in Stuttgart bei der Vergabe der Förderung an Stutensee von dieser Situation wussten.  Wir wissen auch nicht, ob die Stadt bei der Antragstellung oder später die Zuwendungsgeber darüber informiert hat.

„Natur nah dran“ und Wald abholzen passen nicht zusammen!

Wir sind aber davon überzeugt, dass es nicht im Sinne von „Natur nah dran“ sein kann, eine Kommune zu fördern, die in heutiger Zeit mit allen Mitteln die Abholzung von wertvollem Mischwald durchpeitschen möchte und dabei alle negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt in Kauf nimmt.

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1 Kommentar zu "Stadt rühmt sich mit „Natur nah dran“ und 250 Meter weiter sollen rund 7 ha Lachwald abgeholzt werden!"

  1. Gottfried Beyer | 26. Juli 2017 um 9:26 | Antworten

    Es sind noch ein paar unbedeutende Flächen mit dabei, darunter auch das bereits mit schönen Rosen bepflanzte Rathausgässle. Aber das ist gar nichts gegenüber der Ungeheuerlichkeit, gleichzeitig große Teile eines bereits bestehenden Waldes abholzen zu wollen.
    Die Stadt hat gewiss niemanden darüber informiert, und es wäre interessant zu wissen, was Martin Klatt vom NABU dazu sagt, wenn er das erfährt. Man sollte der Stadt diese Auszeichnung wieder aberkennen.

    Anmerkung KG: Der NABU und das Umweltministerium wurden von uns informiert.

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